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von einer Katholikin

Was am Karmontag in Paris geschah, hat sich tief in die Herzen der Menschen eingegraben. Als am Abend lederne Flammen aus dem Dachstuhl der Kathedrale von Notre-Dame schlugen und zum Inferno wurden, herrschten Trauer, Erschütterung, Fassungslosigkeit.

 

In den französischen Sondersendungen versuchte man, den Schock zu verarbeiten. Interviews, Kommentare,  Berichte. Man ist erschüttert, daß das Herz der Stadt, die Seele Frankreichs, ja Europas, das Schmuckstück gotischer Baukunst, der Kristallisationspunkt des kollektiven kulturellen und geschichtlichen Gedächtnisses einer Nation in wenigen Stunden ein Raub der Flammen wird. Man fühlt mit den Katholiken, die einen symbolträchtigen Ort hoher christlicher Spiritualität verlieren.

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Der französische Präsident hat zugesagt, man werde die Kathedrale wiederaufbauen, in nur fünf Jahren. Schöner als zuvor. Das mag Balsam auf die Seele einer politisch und wirtschaftlich zutiefst verunsicherten Nation sein. Hier zeigt sich aber auch die ganze menschliche Vermessenheit. Diese Kathedrale wird nie mehr so sein, wie war. Sie war schön nicht nur wegen ihrer Kunstwerke und ihrer vollendeten gotischen Form, sie war schön, weil sie ein Gotteshaus war, das Generationen von Menschen gebaut hatten, zur Ehre Gottes und für die Menschen, die in ihm Seine heilige Gegenwart erlebten und die erhabene Schönheit des Sakralbaus und der heiligen Liturgie als etwas zutiefst Gott Angemessenes erfuhren. Wer sie wieder aufbaut, kann sie nicht schöner machen als sie war.

Diese Kirche und die Kirche Christi aufzubauen bedeutet, die Schäden zu erfassen, die Kirche zu reinigen, sie zu konsolidieren, sie aufzubauen – immer im Blick auf die eine Wahrheit des Evangeliums und nicht zur Erreichung irdischer Ziele oder zur Verwirklichung interessengeleiteter individueller Vorstellungen von Kirche.

Paul Claudel besuchte täglich die heilige Messe, betete den Rosenkranz, verbrachte viel Zeit mit der Anbetung des Allerheiligsten und war erfüllt davon, von der Wahrheit des Evangeliums zu sprechen. Wer wird es ihm gleichtun?  Wird ein Ruck durch die Kirche gehen? Werden unsere Hirten uns endlich wieder führen? Die Kirche sicher durch die Gefahren der Zeiten steuern?

Fluctuat, nec mergitur.

Es ist der Spruch im Wappen der Stadt Paris. Und treibt sie auch im Sturm auf den Wogen, so wird sie doch nicht untergehen. Die Kirche wurde ein Raub der Flammen. Aber sie steht. Verletzt, verwundet,  mahnend, klagend. Zeichenhaft. Mehr als ein Symbol. Zum Beginn der Karwoche. Das Allerheiligste und die Dornenkrone wurden von einem Priester gerettet. SEINE KIRCHE wird nicht untergehen. Jesus hat es uns zugesagt.  Beten wir, opfern wir, fasten wir, sühnen wir.  Gehen wir Ostern entgegen, der Auferstehung.  Wir wissen, SEIN Licht hat über Leid und Tod und Dunkelheit gesiegt.

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Quelle:

 

 

 

 

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